Das Problem des „Water
Grabbing“ ist besonders in Afrika auffällig.1 GRAIN 2012 beschreibt, dass
großflächige Landaufkäufe saudischer Unternehmen zur intensiven
landwirtschaftlichen Nutzung in Äthiopien durch den hohen
Wasserverbrauch für diese Nutzung zu empfindlichen Störungen der
Wirtschaftsformen der indigenen Anuak am Alwero-Fluss führten. Die
Studie führt zahlreiche weitere Fälle mit der gleichen Systematik
an. Die Tatsache, dass solche Landaufkäufe oft als Erwerb bisher
nutzlosen Landes verniedlicht werden, lässt die Forschung vermuten,
dass viele Landkäufe in erster Linie dem Zugriff auf
Wasserressourcen unter dem Land dienen.2
Nach Angaben des Oakland Instituts betrug 2009 die Gesamtfläche der
Landkäufe in Afrika 40 Mill. Hektar.3
Eine Bewässerung dieser Fläche zur intensiven landwirtschaftlichen
Nutzung würde pro Jahr einen Wasserverbrauch von 500 Kubikkilometern
auslösen. Das Institut berechnete deshalb die totale Erschöpfung
der Wasservorräte auf dem afrikanischen Kontinent für das Jahr 2019
voraus und wies auf die Absurdität des Argumentes hin, solche
Landkäufe dienten der Verbesserung der Welternährung. Besonders
kritisch wird „Water Grabbing“, wenn das Wasser zur großflächigen
und intensiven Produktion von Pflanzen zur Gewinnung von
Bio-Treibstoff verwendet wird, da diese Pflanzen besonders viel
Wasser benötigen.4
„Water Grabbing“ greift also in bestehende Formen der
Bewirtschaftung ein und verhindert durch den drastisch steigenden
Wasserverbrauch eine nachhaltige Ressourcennutzung.
1vgl.
Grain (2012)
2vgl.
Mehta, Lyla; Veldwisch, Gert Jan; Franco, Jennifer (2012); S.194
3vgl.
The Oakland Institute (2011); S.6
4vgl.
The Oakland Institute (2011); S.1 f.
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