Äthiopien
will – so die vielgelobte Regierung (Friedensnobelpreis an Premier
Abiy Ahmed) – die neue Werkbank der globalen Industrie werden. Mit
Löhnen, die nur ein Viertel derer in Bangladesh und ein Zehntel
derer in China betragen, ist das ostafrikanische Land hochinteressant
für die internationale Textilindustrie. Obwohl die Regierung den wie
Pilze aus dem Boden schießenden Industrieanlagen vorschreibt,
Filteranlagen für ihre Abwässer einzubauen, fließen immer noch
immense Mengen an industriellem Abwasser ungeklärt in die Flüsse
und rauben damit immer mehr Menschen den Zugang zu sauberem
Trinkwasser. Hier wird water grabbing nicht direkt durch Landkäufe,
sondern durch eine rasch wachsende Industrialisierung betrieben.
water.org schreibt, dass 62 Millionen Äthiopier keinen Zugang zu
Trinkwasser und 97 Millionen keinen Zugang zu Sanitäranlagen haben.
Die
WDR-Wissenschaftssendung „Quarks“ berichtete am 5.11.19
ausführlich über diese Entwicklung. Der Podcast ist hier zu finden
(Beitrag ab 0:58:00)

Kommentare
Kommentar veröffentlichen